Bericht des Herrn von Carato 1786 über die Verhältnisse im Suggental

Dem österreichischen Bergbeamten Bergrat Hermann Joseph von Carato, der 1783 von Schwaz nach Freiburg versetzt wurde, wurde 1785 "mittels allerhöchstem Dekret" von der k.u.k. Hofkammer für Münz- und Bergwesen aufgetragen, ausführlich Bericht über die Bergwerke der vorderösterreichischen Vorlande zu erstatten.

Der vorliegende, im Bergarchiv Schwaz erhalten gebliebene Bericht des Herrn von Carato aus dem Jahre 1786 über das Bergwerk Suggental liegt - wie ersichtlich - fünf Jahre später als der Bericht des Herrn Vernier. Es ist auf jeden Fall empfehlenswert, Verniers Bericht vorher zu lesen.

Die Gewerkschaft ist inzwischen ziemlich auf den Hund gekommen, die Unterschleife des Steigers Ortlieb kam bedeutend zum Tragen. Auch weiterhin wurde viel Geld wurde nutzlos verbaut, unnötige Gebäude errichtet, unnützes Personal belastete die Kasse. Das Bergwerk ist hauptsächlich aus diesen Gründen immer noch nicht rentabel, die Hälfte der Kuxe (Anteilsscheine) liegt im Retardat, d.h. die im Verlustfall fällige Zubuße wird nicht bezahlt, und der Ruf nach staatlicher Hilfe wird laut.

Die Mißwirtschaft wurde auch durch Caratos Empfehlungen allerdings nicht abgestellt werden; die Gewerken verliefen sich, und wenige Jahre später ist vom Silberbergwerk Suggental nichts mehr zu hören. Das Bergwerk Suggental ist nicht wegen der Kuxkränzelei, das heißt dem Betrug rund um Kuxen, den Bergwerksanteilsscheinen, bemerkenswert; Kuxkränzelei war sowieso der Fluch aller schwarzwälder Bergwerke um diese Zeit. Bemerkenswert ist, daß rund um das Bergwerk Suggental so lange erfolgreich kuxgekränzelt wurde. Man möchte meinen, da habe sich nicht viel geändert.

Anmerkungen im Text

Da einige damals verwendete Ausdrücke heutzutage nicht mehr gebräuchlich sind bzw. der damaligen Fachsprache entstammen, habe ich mir erlaubt, zum besseren Verständnis Anmerkungen einzufügen. Diese sind wie an diesem Beispiel kenntlich eingerückt.

 

Nr.2. Bergwerck St: Anna Stolln in Suggenthal welches aber Sunkenthal heissen solte.

Dieses Bergwerck liegt in der Kammeral herrschaft Schwarzenberg, 2 ½ Stund von der Stadt Freyburg, in einem Thal das von Mittag nach Mitnacht streichet, und an den Elsbach ausgehet. Zwey gebürge oder Arme die sich von dem höchsten Schwarzwälder gebürg gegen gedachte Welt gegenden abtheilen, beschliessen.

Zu den Richtungsangaben: "Mittag" bedeutet Süden, "Mitnacht (Mitternacht)" Norden, „Morgen“ Westen, „Abend“ Osten. Richtungen a la „soundsoviel Uhr“ beziehen sich auf die alte Stundenteilung des Kompasses, eingeteilt in zweimal zwölf Stunden. Man stelle sich einen Kompaß vor, Norden oben: dann laufen die ersten zwölf Stunden linksherum gegen den Uhrzeigersinn hinunter nach Süden, die zweiten zwölf Stunden dann rechtsherum hinauf nach Norden.

Dieses Thal, diese Armgebürge sind auf dem Seiger Riss, der Sub Nr 2 von der ganzen Revier angeschlossenen Charte mit Lit. A und B in ihrer natürlichen länge und Höhe, die natürliche Tiefe des Suggenthals aber, mit der Punctirten Linie Lit: C vom Unterzeichneten vorgestellet worden, wobei noch anzumerken: das diese 2 Arme Gebürge sich bei Nr 75 an die von Morgen in Abend streichende Haubt Kette anschlüssen, wo das Suggen Thal geschlossen wird.

Die angeschlossene Karte scheint leider ebenfalls verloren gegangen zu sein, als die bayerische Armee in Schwaz ein lustiges Grillfest veranstaltete. Seigerriß: Vertikalabbildung eines Bergwerks.

Das Bergwerck dieses Thals, soll vermög einer fast allgemein bekannten Tradition, und einiger alten Chroniken das reichste Bergwerck im Breisgau gewesen seyn, und nachdem es im stärksten Betrieb, und in der reichesten Ausbeut gestanden soll es anno 1298 den 15tn May durch einen Wolkenbruch gänzlich zerstört worden seyn.

Dass in diesem Thal und deren 2. angezeigten Arm gebürgen ein starcker Berg Bau geführet worden, davon wurd Unterzeichneter überzeugt als er dieses dermalen Gewerckschaftl. Werck befahren und die Tag revier ganz durch gegangen hatte, dieses kam ihr so merkwürdig vor, das er durch den Hofsgründer Obersteiger Franz Schwellenbach, in der Unterzeichneten gegenwart, dieses ganze Revier verschienen, und davon die angeschlossene Karta Anno 1784. verfertigen liess.

Gedachte Tradition machte ihn sehr begirrig, die wahre Geschichte dieses zu grund gegangenen Bergwercks zu erfahren, nach vielen vergeblichen Nachfragen, erhielt derselbe endlich vom Pfarrer zu Buchholz, welches dorf ½ Stund von Suckenthal entlegen, folgende Geschichte, die gedachter Pfarrer als ein Liebhaber der antiquitaeten und der Geschichte, aus einem alten manuscript, dass einen betitleten Hochfreyen Namens Raimund Kramer zum verfasser hat ausgezogen, der sie im 1493tn Jahr geschrieben.

Dieser aber hat die Geschichte wider aus einem alten Manuscript, aus der Alt Teütschen Schreibart, in jene seines Jahrhunderts gleichsam übersetzt, welche hier würcklich angeführt wird.

Anno 1211 unter Kaiser Otto dem 4tn, und Herzog Berchdolt dem letzten, oder dem V tn von Zähringen /: diese Herren waren dermalen Grund-Herrn vom dermaligen Suckenthal;anmerckung des Unterzeichneten :/ im Monat Julius, ist von einem Bergmann Joseph Wanot an dreyen Orten Erz gespürt worden im Reichenthal /: also würd es damalen benamset :/ und zugleich an allen gearbeitet und fortgetrieben worden, wo zugleich auch in diesem Jahr der Schmelzofen aufgericht, und durch unklick, samt allen Gebäuen verbrant, und die Werker allgemach schwer worden, so ist hernach wieder alles rückstellig geblieben, und nimmer gearbeitet worden.

Im Suggental fand schon vor 1211 Bergbau statt. Es ist daher denkbar, daß es bei obiger Anekdote um Steuertitel (vulgo: Abgreifen eines Erzzehnten) ging - wenn sie nicht ohnehin über viele Ecken falsch tradiert wurde. Es könnte sich auch um eine Fälschungsvorbereitung wegen Besitztitel handeln, da sie erst ca. 200 Jahre später aus einem angeblichen "alten Manuscript", das praktischerweise schon damals schwer zu lesen gewesen sei, abgeleitet wurde. Hüstel, hüstel. Kam schon öfter vor, sowas.

Der Römische Kaiser hat 1217. auf anhalten des Grafen von Zähringen, welcher ein Schwager vom Grafen zu Wallerstein von Kaisersburg war, diese Werker selbigen Grafen gänzlich zu einem Lehen geschenkt, welcher zuerst im Reichenthal angefangen, und in etlichen Monat gleich so glücklich Kupfer, und reichlich Silber gefunden, dass der Graf selbsten diese 3. Gruben gekauft und benamset hat.

Die unterste nennt er St: Anna, welche in der Mitte des Thals liegt, und gegen Aufgang streichet, und sich in 3 Ruthen und viele Trümer ergiesset. Die andere, welche oben im Thal, gegen dem Engelsburg liegt, und streichet gegen Mittag an der kleinen Seiten der Engelsburg, haltet Kupfer und Silber ist auch sehr reich und hat den Namen Josef. Die 3te liegt aufwärts gegen die Linie des Bergs und streichet gegen den Kanalberg /: dermalen heisst er der Kandelberg :/ und ist sehr reich von Silber und Bley hat 3. Ruthen, wie die andere von St: Anna, welche sich gegen Aufgang über das Gebürg hinüber zeigen.

„Aufgang streichet“: In Richtung des Sonnenaufgangs, d.h. Osten. „Kanalberg“: Carato nimmt wohl fälschlich eine Namensherkunft abgeleitet vom Urgraben, einem Brauchwasserkanal, an.

Anno 1218 ist wieder ein Schmelzofen zustand erbaut worden, an dem Elsenfluss unten an dem Reichen Thal, in der Berg enge, und hat sich in allen 3. Gruben reichlich zur Ausbeüt gezeigt, so das der Graf wieder alle Alte Ort hat aufmachen lassen, auch bey 200 Häuer, viele Wohnhäuser, in dem Reichen Thal aufgericht, auch zur Ehre der Hl: Mutter Anna eine Kirche /: welche noch stehet :/ von die berg-Leut erbauen lassen, und seind also alle in grosser Reichtum und überfluss diese Werker fortgetrieben worden.

Anno 1276 da das Werck an eine gräfliche Jungfrau gefallen, auch dasselbe zu ihrem eigenen Sitz geworden; so hat dieselbe in solchen Reichtum gelebt, dass sie in allen ihren Werken über 300 Berg Läute oder Häuer gehabt, welche sie auch reichlich besoldet, also, dass ein überfluss in allem zu sehen war, Sie ändert sogar den Namen dieses Thales, und statt Reichenthal nennt sie es Paradies Thale.

Endlich hat sie einen Liebhaber gefunden, welcher auf dem Blattenbiel gewohnt und ein Sohn des Edlen Hl: Galaritig war von Bostheim, oder Blattenheim, mit Namen Albert; dieser hat sodann, weil er diese adelige Jungfrau gern alle Gebäuer beysammen gehabt, von dem Blattenschloss einen Kanal machen lassen, damit man Schmelzwerk und andere Gebäuer im Thal bauen könnte, auch alle Werker durch dasselbe Wasser bequem führen; so ist es auch schon wirklich so weit gebracht worden, das das Schmelzwerck und Bauwerck unten in die Thal Ebne, 30 fuss von St: Anna Mündung und 50 fuss von St: Joseph gestellt worden, weil diese 2 Gruben so mächtig geworden sind, dass man die grösste Reichthum in Silber und Kupfer gehoft, es ist in allem so glücklich gegangen, so das man ganze Haufen Erz da liegen gesehen hat, welche biss 10 Ehlen hoch lagen, aus Ursach weilen das Schmelzen 4 Monat gehindert worden, wegen dem Bau weesen; endlich da der neüe Schmelz bau fertig; so ging alles im besten Ernst und sehr glücklich, so da alle Freyheit im Paradies Thal gestattet worden; den unsere Herrschaft ist Richterin über alles, und sie war so frech, dass sie unsere Mutter Anna und Joseph völlig vergass, biss endlich da alles im besten Flor, auch grösstem Jubel den 15 May 1298 durch Gottes straf, und Plötzliches Ungewitter alles Volck biss auf 5 Personen zu grund gegangn, dass man von Zeit 5 Minuten nichts mehr vom ganzen Werck gesehen, wo hernach von dieser Fluth und Überschwemmung, ein solcher Gestank zurük geblieben ist, das es noch viele Menschen durch eine ansteckende Krankheit hinweg geraft hatte. Dies alles ist beschrieben durch einen Hochfreyen mit Namen Raimund Kramer.

Man bemerke: Der Name des Liebhabers scheint erhalten; ihr Name nicht.

Folgendes hat der obgedachte hl: Pfarrer von Buchholz nachgetragen. Der Carlsruher hl: Professor Joan Christian Sachs schreibt in seinem Werck von den Grafen von Freyburg, Graf Egon der 3te habe anno 1284 als Kastenvogt der Abtey St: Peter die Erlaubnis ertheilt, dass die Bergwercker in dermaligen Suckenthal, und auf dem Herzogenberg eine Wasser leitung über den Grund und Boden dieser Abtey führen dörfen.

Mit dieser Wasserleitung ist der Urgraben gemeint, der tatsächlich über Grund der Abtei St. Peter verlief.

Die Kirche liegt zu hinderst im Thal auf einer angenehmen anhöhe, nit weit von dem ehemaligen hier gestandenen Schloss, und wie man sagt, sol es um die Kirchen herum wie ein Städtlein gewesen seyn. Man siehet aber in dem Bogen der Kirche noch dieses zu lesen Anno 1298 ist Suckenthal untergegangen; man hat noch von 2 Jahren an den Fenster stöken gesehen, wie hoch das Wasser gestanden ist, aber durch unvorsichtigkeit ausgeweiset worden.

Bei der Wasserstandsmarke an den Fensterstöcken der Kapelle im Suggental handelt es sich neueren Erkenntnissen zufolge ganz simpel um eine von im Mauerwerk aufsteigendem Wasser bedingte Ablagerung. Ein Baufehler, wenn man so will.

Endlich wird gedachtes Unglück dadurch bestättigt, das noch dermalen alle Jahr am 15. May ein Jahr Tag zu Wahlkirch ½ Stund vom Suckenthal für die umgekommene Berg leüte im dasigen Collegieatstift der regulirten Chorherren gehalten wird; das Suckenthal hat dermaln und gehört noch zu der Waldkircher Pfarr.

Vermög dieser Erzählung wäre nun die Suckenthaler Wercker anno 1211 entdecket, also gleich schmelzwürdige Erze erobert, noch in diesem Jahr eine Schmelz hütte erbaut, nachdem diese abgebrand, nach und nach auf gelassen, anno 1217 aber wieder erhoben, und biss 1298 folglich in allem beyläufig 82 oder 83 Jahre betrieben worden.

Der lokal Augenschein zeigt hinlänglich an, dass seit gedachter Zeit des Untergangs nicht biss anno 1776 an diesen Werckern unternommen worden, in welchem Jahr die damalige Gewerckschaft die Erhebung angefangen. Da in der Zeit, wo die Alten Bauten, der Berg Bau ohne Sprengpulfer geführt worden; so kan der alte verhau, besonders da an mehr Orten gebaut worden, mit 2 bis 300 Man Häuer nicht sehr stark seye.

Dieses vorausgesetzt wäre nun zu untersuchen, wie das Lokale mit gedachter Erzählung übereinstimme? Welches haubt sächlich die angeschlossene Charte auf klären wird.

Die unterste und 1ste Grube St: Anna soll in der Mitte des Thals liegen und gegen Aufgang streichen auch sich in viele Trümer, und wie bey der 3tn Grube gesagt wird, in 3 Ruthen ergiessen, welches vermuthlich 3. sich zuscharrende und zu streichende Kluft oder Aeste heissen soll.

Man kann in diesem Merckmale nicht wohl zweifeln, das der auf der Charte mit Nr 30 bezeichnete Stolln, und die höheren Stölln Nr 27.24, die alle gegen Morgen aufgemacht worden, wie auch die, mit diesem Stölle unterteüften vielen Schächte diese 1te Grube St: Anna verrathen; besonders weil auch die 3. sogenannten Ruthen, wie der alte Ausdruck sagt, bey Nris. 16, 17, 25, 26, 89, 10, 11, 12, die gegen Mittag streichende Trümmer aber bey Nris 13, 14, 22, 23 mittels denen darauf abgeteüften Schächten, aus nehmend sichtbar sind.

Eben so deütlich scheinet sich die 2te oder die Joseph Grube mittels den Stolln Nr 43, 45 und den Schächten 43, 64, 65 ½, 75 auszuziehen, besonders da gegen über von gedachten 3. Stolln 30, 43 et 55 der Planirte platz, wo die Schmelzhütte gestanden, noch ganz sichtbar, und dermalen eine Schöne Wiesen ist.

Die 3te Gruppe die mit keinem Namen angegeben worden die auch 3 Ruthe oder Aeste wie die St: Anna Stollner haben soll, scheint eben so deutlich als die 2 ersten auf der Charte angezeigt zu seyn. Aus den, in der Geschichte angezeigten Merckmale, ist es jene, so auf der Charten mit Nr. 1, 2, 34, 5 bezeichnet ist, den der Gang Nr 4 streicht grad dem Kanal berg zu, und der Stolle Nr 5 ist auf der Kluft Nr 1 aufgemacht worden, von welcher sich Nr 4 abtheilt, die 3te Kluft scheint jene zu seyn, die mit Nr 25 et 26 bezeichnet ist, diese beeden Klufte streichen auch wirklich, wie die Geschichte sagt, über das Gebürg in Suckenthal, den der Stolle Nr 5 ist im Morgenseitigen, die Schächte Nr 25 et 26 aber im Abendseitigen Gehäng, und zwar gleich unter der Schneid, eines derjenigen 2. Arm gebürge, die des Suckenthal beschliessen, geöffnet worden, ferners theilet sich die Kluft Nr 25 et 26 von jener bey Nr 1 in Nr 1 ½ ab, das einzige Trift nicht zu, dass alle 3 Klüfte gegen Morgen streichen sollen, Nr 4 dahin streichet, und die anderen 2 nicht auch dahin streichen können, weil sie vermög der Geschicht über den berg hinüber streichen sollen, und kein Berg da ist, worüber sie streichen könen, als oberwähnter, dessen abendseitiges Gehäng ins Suckenthal siehet, folglich ist in diesem Fall die geschicht im irthum. Es zeigt demzufolge diese Gruben die Geschicht zimmlich zu verlässig an.

Eben so zuverlässig, ist die Erzählung von dem Kanal der von Plattenbiehl /: Heut zu tag heist es die Platten :/ biss ins Paradies Thal geführt worden; den man siehet ihn noch heut, und Unterzeichneter ist ihm wirklich vom Ursprung biss ins Suggenthal ein Weg von 2 Stund nachgegangen; die ersten Quellen, die in diesem Kanal geführet werden, entspringen auf einer sumpfichten Wiese, die im Wald des dermaligen Plattenbauers liegt.

Es sind aber in seiner Strecke biss ins Suggenthal noch mehr sehr starke Quellen aufgefangen worden, mit welchem dermaligen Mahl Mühlen und verschiedene Sägmühlen getrieben, und viele Wiesen, oder Matten, wie man sie hier zu Land nennet, gewässert worden; da der Kanal noch dermalen sichtbar, und noch oben bey 5 Schuh breit ist; so ist zu vermuten, dass er vermög dieser breite etwan 3 biss 4 Schuh tief gewesen seyn mag. Es könnte derselbe mit höchstens 30kr pro Klafter wieder hergestellt werden, wozu man vermög den Bergrechten vollkommens Recht hätte.

Ein österreichischer Klafter zu sechs Fuß entsprach 1,896 m.

Gedachter Kanal hat vermutlich dem Berg, an dessen Abens gehäng derselbe angebracht worden, den Namen Kanal berg gegeben, heüt zu Tag nennt er sich der Kandelberg, und ist der höchste in diesem Theil des Breisgaus. Dadurch wird es wahr, dass ein Kasten vogt der Abtey St: Peter, der Gewerkschaft im Paradiss Thal, die Erlaubnis gegeben habe, den Kanal durch einen Theil des Grund und Bodens gedachter Abtey anfängt, sondern der grösste Theil davon ist darauf, und der übrige, durch den Grund und Boden der Schwarzenberger Herrschaft, die dermalen Kammeralisch ist, geführet worden. Dass endlich diese Werker sehr reich gewesen, erhellte selbst aus der führung dieses so Kostbaren Kanals, und aus den vielen Stölln und Schächten, die man auf der Charte siehet.

Der Kanal aber ist nicht allein wegen der Schmelzhütte sondern wegen einer Wasser Hebungsmaschine, und villeicht wegen der damalen schon in Übung gewesenen Mühle zum Erzmahlen gemacht worden. Dass aber eine Wasserhebungsmaschine eingerichtet gewesen, und zwar vor dem Josephi Stollner mündloch, in dem also mit Nr 43 bezeichneten Schacht /: welcher Nr zugleich das Stolln mündloch anzeiget :/ daran kan man nicht zweifeln, weil man noch zum Theil die aus dem lebendigen Felsen gehaute Radstube siehet.

In ansehung des reichen Erzes werden in der geschicht besonders die St: Anna und Joseph Stölln für die reichsten angezeigt; die viel Silber und Kupfer sollen gegeben haben, wess wegen auch vermuthlich vor deren Mundlöcher die Schmelzhütte gebaut worden, zum beweiss dieses für sehr reich angegebenen Bergwercks kann auch folgender zeügen: man findet in den alten Halden gedachter zwey Wercker nichts anderes als eine Art Erz, die Kupfer und Silber hält, sie ist zu wenig lichtgrau für Weiss gulden, und doch zu licht für stahl erz gehalten zu werden, Sie scheint folglich das Mittel zweischen Weissgulden, und stahlerz zu sein.

Unterzeichneter hat von selbst auf geklaubten Stuffen von den halden gedachter Wercker probirt, die, nachdem sie mehr oder weniger gangart hatten, 15, 19, 30 und eine ganz derbe gattung, ohne der geringsten gang arth, 183 Loth oder 11 Mark 7 Loth Silber, an gar Kupfer aber 7 Pfd. Hielt. In den übrigen, ist der Kupfer halt nach proportion ihres Silbergehalts.

Die dermalige Gewerckschaft hat auch in den eröfneten Stölln Nris 43, 55 jedoch nur pläzenweis solche Erz von gedachten verschiedenen Gehalt erobert, aus welchen die aufs allerreinste ausgeschiedenen Stückgen, den nämlichen obgedachten reichen gehalt, fast ganz erreichten, Sie hätten ihn auch ganz erreichet, wenn es möglich gewesen wäre, alle gang art davon zu scheiden. Nicht minder hat Sie silberhältige Bleyerz erhalten, die nach der Prob des Unterzeichneten folgenden gehalt hatten.

Da man in gedachten alten halden gar keine silberhaltigen Bleyerz findet; so ist es sehr wahrscheinlich dass diese nur in der oberen Revier brechen. Übrigens könnten gedachte Alten halden mit guten Nuzen gepacht werden.

Anmerkungen über den bergbau der alten im Suggenthal

1tn In den Stölln 43 et 55 dieses alten Josephi Baus, welchen die dermaligen Gewerckschaft anno 1776 geöffnet und damit ihren Bau angefangen, hat Unterzeichneter gesehen, dass die alten in diesem keinen ordentlichen streichenden Gang sondern nur 3, 4, 6 auch 7 Zöllige ganz Erzlere Trümmer von Gips spath hatten, die so seltsam fallen, und streichen, dass man in der That behaubten kann, sie Streichen nach allen möglichen Stunden und Gegenden, und verflächen sich nach allen möglichen Richtungen oder Graden; die Gang art zwischen diesen Trümmern, ist ein, ins grüne schielende Graupen artiges Gestein.

Dass gebürggestein aber ist, wie überall hier im breisgau granitartig, kurz, und grob klüftig; Unterzeichneter hat mittels einen in dem Stolln Nr 43, welchen die damalige Gewerckschaft St: Anna stolln genannt hat, veranstalteten ebensöhligen Kreütz schlag von 7 Lachter das Ende der Mächtigkeit gedachter Spat Trümmer noch nicht erreichen könne, doch aber haben sie sich etwas vermündert, er kann demnach die Mächtigkeit derselben nicht bestimmen, ohngeachtet nun in diesen Spathtrümmern nicht das geringste von Erz zu sehen; so hat die dermalige Gewerckschaft demnach Erznester erbaut die manche Ct: Silber haltiges Bleyerz gaben; dieses veranlaste den Unterzeichneten zu untersuchen, ob man vorläufig keine Merckmale geben könnte, die solche Nester verrathen; er fand endlich, dass wo zwey solche Stathtrümmer zusammen zu streichen scheinen, und gleiches verflächen haben, man in dem Mittel zwischen solchen Trümmern gedachte Erznester finde, die aber ausgeschnitten werden, wo die Trümmer zusammen kommen.

Ein österreichische Lachter zu sechs Schuh entspricht 1,8965 m.

Nicht minder werden solche Nester erbauet in den Mitteln zwischen 2 Spath Trümmer, die im verflächen zusammen kommen, und wircklich sich zu fallen; da aber diese und jene art Trümmer überhaubt sehr kurz, und auch ziemlich selten sind, und man auf diese Nester nur von ohngefähr geräth; so hat die dermalige Gewerckschaft erfahren, dass man, bis wieder ein solches Nest erreichet wird, viel mehr verbaut als das eroberte Nest im Metall Werth beträget, ohngeachtet diese Nester gemeiniglich pläzen vom reichesten obgedachten Erz gaben.

Da nun Unterzeichneter in der Tagrevier des alten Josephi Bau sah, dass die Alten einen ordentlichen Schachtbau, bey Nr 43, 64, 65 ½ und 68 geführt haben; so muss man natürlicher weiss schließen, dass gedachte Trümmer in der Teüfe aus gehen und sich entweder in ordentlich streichende Gänge, oder viel mehr in Stock wercke verwandlen.

Wenn man nicht schon durch gedachten Schachtbau davon überzeügt wäre, könnte man zum Theil sich auch durch folgende Erfahrung davon überzeügen. Nach einem erbauten Erznest, dass schon in der 3tn Lachter sich obegedachter massen auss scheint, liess Unterzeichneter nich 4 Lachter Tief abteüfen, er sah: das je tiefer man in dieser nicht beträchtlichen Teüfe niederfuhr sich die Trümmer Theils in einander verliehren, sich besser aufrichteten, und sich nicht mehr so verworren im Streichen und Fallen zeigten.

Wie tief man aber Abteüfen müsse, um einen streichenden Gang oder ein Stockwerck zu erbauen; dieses zu erkennen schien gedachter Teüfe nicht hinlänglich, es wäre auch unnöthig gewesen weiter ab zu teüfen, weil der mit Nr 49 bezeichnete alte Schacht, der von der Sohl des Stolles Nr 43 niedergeht mit grund vermuthen liess, dass man in alte Zechen einschlagen würde;

Nachdem die Alten mittels den 2 Stlln Nr 43 et 55 erfahren, dass in der höhe dieser Stölle die Trümmern keinen ergiebigen Bau versprechen, war gedachter Schacht Nr 49 vermuthlich der 1te mit welchem Sie die Teüfe untersuchten, nach diesem werden sie den Kunst schacht Nr 43 und dann jene Nr 64 et 65 ½ bey welchem 1ten allem ansehen nach das Zechen haus und die Zungkammer, bey letzterm aber die Scheidstube gestanden, geöfnet, und die Förderniss mittels dem Kanalwasser eingerichtet haben.

Dass aber die Zungkammer oder gewölt bey Nr 64 gewesen, bezeügt dass der Suggenthaler Steiger anno 1778, an diesem Ort etliche Ct: schon abgenutztes und etliche Ct: noch gar nicht gebrauchtes, gezähn von allen Gattungen unter dem Schut gefunden hat, worünter auch ein von Eisendraht geflochtenes Sieb ohne Kranz gewesen.

2tn es ist anmerkungswürdig dass es aus dem was man am Tag siehet, scheine die Alten hätten ihrem Josephi Stoller Haubtbau nur zwischen den 2 Letten Kluften Nr 64 et 60 die 214 Lachter voneinander sind, geführet, besonders weil sie mit dem obern Stolln Nr 55 der Letten Kluft Nr 60 gegen Abend nur nach gebauet, diese aber nicht durchbrochen, sondern dafür nur wieder gegen Abend nachgebauet einen ins Kreüz sich von der Letten Kluft abtheilenden Trum biss zu Nr 62 nach gefarren, welches Sie aber biss an Tag gegen Nr 66 wo ein Einbruch zu sehen, verhaut haben. Dieses veranlaste die dermalige Gewerkschaft, das Feld Ort Nr 62 noch einige Lachter, in der Hoffnung etwas zu erbauen, zu verlängerm, Sie fanden einige Erznester, da sie aber aus giengen, verliessen sie es wieder.

Ohngeachtet dessen aber scheinet der Tagschacht Nr 68 zu beweisen, dass die Alten mittels diesem ausserhalb der Lettenkluft Nr 60 angelegten und von derselben 68 Lachter, von dem Haubtschacht Nr 65 ½ aber 150 Lachter entfernten Schacht; das Gebürg untersucht haben, indem dieser Schacht dergestalten neben dem Kanal geöfnet worden, dass das Wasser desselben etwan zu einer Treibmaschin benuzet werden konnte, und noch inlänglich fall übriggebleiben, dass eine Treib oder Fördernissmaschin bey dem Schacht Nr 65 ½ betrieben werden konnte.

Nicht minder scheint gedachtes zu beweisen weil in der Halden des gedachten Schachts Nr 68 kein Erz, sondern nur der mit der obgedachten Grünlichten Graupen arteigen Gang Gestein vermischte Gipsspat, gefunden wird, welche Gang art man auch in denen mit Nr 74, 75 bezeichneten im höchsten Gebürg und in wieder abfallenden bey Nr 76 geöfneten Schächten, aber auch ohne Erze findet.

Aus diesem nun lässt sich schliessen, das der Zertrümmerte sehr mächtige Gang hinter der Letten Kluft Nr 60 wircklich fort streiche, aus dem aber dass auf den Halden dieser Alten Arbeiten hinter der Letten Kluft keine Erze zu finden, könne man nicht schlüsen der Gang seye hinter der Letten Kluft nicht edel den a) kann es seyn das die Überschwemmung den Bau unterbrochen bevor man die edle Revier erbauet, welches dadurch wahrscheinlich wird, weil die halden dieses und der höchsten Schächte bey Nr 75, 76 sehr klein sind, ohngeachtet man annehmen muss, dass das grosse Wasser die Halden zimlich vermindert haben wird. b) Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Alten von der Sohl des Schachtes Nr 65 ½ die Lettenkluft Nr 60 durchbrochen, und hinter derselben auch eine edle Revier erbauet, und desswegen den Schacht Nr 68 abgetauft haben, sowohl wegen frischen Wettern, als um die Förderniss zu erleichtern, wann der Bau weiter gegen Mittag verlängeret würde.

Dass dieser Schacht von dem anderen Schächten zu weit gegen Abend, folglich in einer anderen Absicht könnte aufgemacht worden seyn, die Ursach zu seyn, die nehmlich weil es scheint die Alten haben vermög dem Lokale diesen Schacht, so weit gegen Morgen aufgemacht, damit Sie das Kanalwasser darauf leiten und etwan eine Treibmaschin entrichten könnten.

Nebst dem konnte auch die Letten Kluft Nr 60 den Gang selbst mehr gegen Morgen verschoben haben, dann das von dem zertrümmerten Gang etwas jedoch ohne Erz mit diesem Schacht erbauet worden, davon giebt, wie gesagt worden, die Halden hinlängliches Zeigniss. Hier kann man sich einiger massen einen Begriff von der Mächtigkeit der oft erwähnten Spat Trümmer oder des zertrümmerten Gangs machen; wen man sich erinnert dass diese auch mit den Schächten Nr 74, 76, 76 erbauet worden. Könnten diese nicht auch in der gedachten Strecke von 980 Lachter mehr edle Stockwercker machen, oder in einer gewissen TiÜfe zu einen ordentlichen Gang zusammen scharren?

Da die Alten zu gedachter Zeit noch nicht mit Pulfer arbeiteten, so können die Gruben, da alle 3 mit gedächtem Personal von 300 Hauer betrieben worden, noch nicht stark ausgehaut sein; besonders da ehr zu glauben dass der Geschicht schreiber die Anzahl der Hauer vermehrt als vermindert hat, denn da in der Zeit wo dieses Werck gebauet worden, das Silber in Verhältniss, mit dem geringen Werth der Lebensmittel, und des Arbeiters Lohn einen grossen Werth hatte, ohngeachtet die Mark kaum 8 f galt, so konnten auch 200 auf reiche Erze arbeitende Hauer, sehr groose Ausbeüt machen.

Diesem zufölge dörfte die Erhebung dieses Wercks biss dahin, wo die Alten gearbeitet haben, als das Werck zerstört worden nicht viele Zeit, und auch nicht sonderlich grosse Kösten erfordern. Es versteht sich von selbst, dass über die Kösten kein genauer Überschlag gemacht werden kan, weil die zu gewältigenden Strecken nicht bekant, sondern nur beyläufig können angegeben werden wo von weiter unten.

Es verstehet sich ferner von selbst, dass da die Alten dieses Werck Schacht mässig betrieben, man einen oder den anderen Schacht an vortheilhaftesten aber Zwey zugleich, gewältigen muste, um dahin zu gelangen wo die Alten den Etzabbau verlassen mussten

Den dass mit den 2 Stöllen Nr 43 et 55 der zertrümmerte Gang von den Alten nur untersuchet, und die erbauten edlen Nester die Unertsuchung des Ganges unter sich, den von der Sohl des Stollens Nr 43 abgeteüften Schacht Nr 49 veranlasset, und der damit entdekte Adel so auch das sehr seichte Thal selbst zum Schacht mmessigen Bau anlass gegeben, hat, dieses Bedarf keines Beweises.

Es ist daher zu bedauern, dass die dermalige Gewerkschaft auf die Gewältigung gedachter zwey Stöllen und der darin geführten Bau nach Abzug der eroberten Bergwercks producten an Bley, Silber, glatte Kupfer pr 2007 f 31 kr und nach Abzug der Kösten für die Taggebäude als Zechenhaus, Poch werck, und Schmelz hütte, welche zusammen = 4437 f 55 kr 2 Pf. kosten; = 15462 f 19 kr 2 Pf fructlos verbauet /: wie all solches Unterzeichneter aus den Rechnungen selbst ausgezogen hat :/ und eine Zeit von zehn Jahren verschwendet hat. Man sagt fruchtloss, weil, wenn sie von diesem Werck den mit Grund zu hoffenden Nutzen erhalten will, Sie von neuem anfangen und wenigstens 2 Schächte gewältigen müste, um dahin zu gelangen, wo die Alten den Erz hau verlassen müsten.

Da man die Schacht mässige Gewältigung nicht höher als auf 20 f das Lachter gewältigen können, so hätte dieselbe mit den 15462 f 800 Lachter gewältigen können, dass sie aber nicht so viel hätten gewältigen dörfen, könnte vielleicht aus der folgenden beyläufigen Kalkulation, die man nur zur Prüfung vorlegen will ersehen werden.

Es wäre nemlich die Absicht auf die Sohle desjenigen Bau der Josephi gruben zu gelangen, der zwischen den 2 Lettenkluften Nr 53 et 60 von den Alten betrieben worden, der von einer Lettenkluft zur anderen 214 Lachter beträgt, nun will man setzen, die Alten seyen 100 Lachter Tief nieder gefahren, und hätten in dieser Tiefe zwischen Nr 43 bis 60 alles verhaut.

Wenn man nun 214 mit 100 multipliziert so wären 21400 Kubik Lachter aus geschlagen worden, weil man aber nur im Durchschnitt eine breite von 3 Schuh annehmen kann, so wären, wenn man einen der Geschichte gemäsen angehaltenen Bau von 83 Jahren animt, ausgeschlagen worden 42800 Lachter, Thut jährlich 515 Lachter; nun dörfte es umsomehr hinlänglich sein in durchschnitt monatlich 3 Schuh auf einen Hauer in der Höhe von 1 Lachter und 3 Schuh breite zu rechnen, als die Alten diese Höhe und breite Bekannter masen mit ihrer schrem arbeit sehr selten beobachtet haben, folglich hätten jährlich an gedachtem verhau 85 Mann und twar auf Erz gearbeitet, wenn nun auch zur Abteüfung der Schächte, und auf den übrigen Arbeiten im Tauben gestein nur 24 Mann dazu gerechnet werden, so hätten in der alten Josephen Gruben jährlich 109 Mann gearbeitet. Man nehme ferners an, dass in gedachten 83 Jahren im durchschnitt jährlich 250 Man in allen 3 Gruben angestellt gewesen /: den vermög der Geschichte sollen nur in den Letzteren 15 biss 20 Jahren 300 Man gearbeitet haben :/ so bleiben für die 2 übrigen Gruben noch 141 Man übrig, weil es aber scheint, dass der St: Anna Stolle störcker als die 3. Gruben betrieben worden, so will man diese 100 und der 3te 41 Mann zutheilen, und folglich die Joseph Gruben für die am stärksten betriebene an-nehmen.

Wenn man endlich hiernach anmercket, dass der Gang mächtiger als 3 Schuh oder gar ein stock werck verhauet, so werde der angenohmene verhau von 100 Lachter grad untersich noch zu starck sein: ohngeachtet dessen will man dabey verbleiben, und daraus die wahrscheinliche Folge ziehen, dass die dermalige Gerwerckschaft, wenn sie z:B: den vermuthlich tiefesten Kunstschacht, Nr 43 mit In begriff des Sumpts a 115 und den obersten Schachts Nr 65 ½ mit 100 Lachter gewältiget hätte! Dieselbe nach obgedachten Überschlag a 20 f per Lachter als solches mit 4300 oder um eine runde Zahl zu machen 5/M f hätte betreiben können. Da aber auch nebst dem die eben söhlige Gewältigung der 214 Lachter langen Ströcke zwischen den 2 Letten Klufte Nr 43 et 60 nöthig gewesen wäre die Lachter zu gewältigen aber höchstens 10 f gekostet haben würde, weil die Schachtförderniss hier nöthig so hätte sie darauf noch ferner 2140 f folglich um dahin zu gelangen, wo die Alten vom Erzhau vertrieben worden, in allem verwenden müssen 7140 f mithin hätte Sie noch von ihren bissherigen Kösten a 15462-19-2 erspahrt 8311 f 19 kr 2 Pfg.

Da einem aufmercksamen Bergmann, der von den Alten betriebene, klar vor Augen liegende schacht mässige Bau, ohnmöglich entwischen kann, so geht der gedachte fruchtlose, Bedaurungswürdige Bau der Suggenthäler Gewerckschaft, ein auffallendes Beyspiel, von der hierländigen groben Ignoranz im Bergbau, da 8 Man Hauer 4 in jedem Schacht in 2 Schichten mit 4 Zimmerleüten, und 2 gehülfen, dann 8 Grossen Häsplern 4 in jedem Schacht, und in jeder Schicht 8 Säubejungen 6 Wasser Zihren /: es versteht sich dass die Haspler nur Höchstes biss zu einer Tiefe von 20 biss 30 Lachter können gebraucht werden :/ Schacht und Stolle mesig im durchschnitt Monatlich wenigstens 14 Lachter hätten gewältigen können, so wären gedachte 429 Lachter längstes in 2 ½ Jahr mittelst der geding Arbeit gewältiget worden, die Gewerckschaft, hätte folglich schin vor 7 ¼ Jahr das Ziel erreichet.

"hierländige grobe Ignoranz": Im Bergwerk Suggental offensichtlich endemisch.

Warum aber 2 Schächte, und welche hätten solln gewältiget werden, wäre nun hier anzuzeigen. Da der Schacht Nr 65 ½ dem mittägigen, vielleicht sehr wenig, oder gar nicht verhaueten Feld dem Schacht Nr 68 am nechsten ist, und die alten vermuthlich, ein in der 2ten Anmerckung Lit: C: erinnert worden, von dem gedachten Schacht Nr 65 ½ gegen jenem Nr 68 die Letten Kluft Nr 60 durchbrechen, und ihm zu gebauet haben; so ist es wohl nicht zu zweifflen, dass die gewältigung des Schachts Nr 65 ½ nützlicher wäre, als die Gewältigung des Schachts Nr 64.

Weil man aber in dem zu gewältigenden Schacht, Wasser zu erwarten hat; und die Wetter, wen man mit der Gewältigung die Ebensohl erreicht, manglen würden; so wäre noch der alte Kunstschacht Nr 43 zu Leeren, welcher von Tag an 22 Lachter Tiefer als der Schacht Nr 65 ½ liegt; Es ist natürlich. dass der Sumpf dieses Kunst Schachts unter die Tiefeste Eben Sohl dieses Baues und vielleicht wohl auch jene des Alten St: Anna Stollens Nr 30, wenn der Bau dieses letztern unter seine Sohl nieder ginge, nach gedachten Sumpf werden geleitet haben. Man hätte folglich, wenn beede Schächte zugleich wären gewältiget worden, keine Wässer im Schacht Nr 65 ½ zu heben gehabt.

3tn In der Absicht, ob der Schacht mässige bau der Alten des St: Josephi Stollns, und der Stolln mässige des Alten St: Anna Stollns Nr 30 nicht ganz oder zum Theil unterteüfet werden könnte, hat Unterzeichneter von dem Mündloch des 3tn Alten Baues Nr 5 et 1 /: den die dermalige Gerwerckschaft anno 1780 öfnen, und bis Nr 1 et 4 Gewältigen lassen :/ biss zu Nr 90, welcher mit jenen Nr 5 der Tiefeste Punckt der ganzen Revier ist :/ den Nr 91 ist schon auf dem Teritorium des Markgrafen von Baden :/ die auf der Karten sicht baren Züge längst dem Elzsach machen lassen.

Aus welchen nun zu ersehen, dass man bey Nr 90 den St: Anna Stolln Nr 30 nur 16, den alten Josephi Stolln oder den dermaligen St: Anna Stolln Nr 43, 22 Lachter Seiger mittelst dem Stolln Nr 5 unter Teifen würde, folglich wäre die fernere Gewältigung dieses Stollens und die fernere Vorrückung desselben /: weil man nicht weiss wie weit er zu gewältigen :/ die vortheilhafteste, wenn man von dieser Seite die St: Anna Stollner Alte arbeiten unter Teüfen und sich mit der gedachte ein zubringenden Seiger Teüfe von 16 Lachter begnügen wollte.

Alein da die Alten mittels den Schächten Nr 43, 64, 49, 65 ½ gewiss schon viel tiefer nieder gefahren sind, und zu vermuthen dass von der St: Anna Stollner solh auch schon abgeteüft worden, so scheinet ein zu Bau jedoch nur zur Zeit der Ausbeüt von der Sohl des Schachtes Nr 43 unter die Alten Arbeiten des Anna Stollns um so mehr das nüzlichste zu sein, als man aller dings aus denen am Tag sichtbaren Stölln Nr 24-27, 30 und den vielen Tag schächten glauben kann. Das von der Solh des St: Anna, und des Stollens Nr 5 über sich nicht viel mehr zu suchen sein dörffte.

Dass aber dieser Stolln Nr 5 zu dem Josephi Stollner Bau nur den dienst leisten müsten, dass man an der Wasserhebung mittels dem Schacht Nr 43 22 Lachter seiger ersparte, ist leicht einzusehen; Massen man mit diesem bau haubt sächlich das mitnächtige unverhaute feld zur absicht haben solte.

Da nun solcher gestalten kein Erbstollen in diesem seichte Gebürg mit sonderlichem Vorteil anzubringen, mithin die Wasserhebung, und förderniss und der Bau immer durch Schächte zu geschehen hätte, so scheinet der Schacht Nr 43 der 22 Lachter Seigern, nidriger, als der Nr 65 ½ ist, so wohl in ansehung der Alten St: Anna stollen als der alten Josephi Gruben in so lang die beste lage zu haben, biss man gegrindete Ursachen hat den Bau gegen Mittag über der Letten Kluft Nr 60 von der Teüfe hinaus, zu erweitern; in welchem Fall der Schacht Nr 65 ½ oder der schon angefangene Sub Nr 68 der nach Erförderniss weiter Abgeteüft werden müste, zur Förderniss eingerichtet, und diese mittels dem wieder herzu stellenden Kanal, durch Bremss Künste eingerichtet werden könnte.

Indessen aber könnte die Gewältigung der 2 Schächte Nr 43 et 65 ½ sobald die Haspel förderniss zu schwer würde, mittels Einrichtung der Ross gäpel fort gesetzt werden; denn zu einer Brems Kunst ist kein Wasser vorhanden; eben also könnte die Wasserhebung, so bald sie mit Menschen händen zu kost bar würde, mit einer Ross kunst, die zugleich zum Treiben eingerichtet werden könnte fort gesetzt werden.

4tn Zur Erklärung der Charte hat man schlüsslich anzumercken, dass der Stolln Nr 37, 38, 40, als man mit Ausgrabung des plazes zur Radstuben der Schmelz hütte, auf ein Nest Kupfer erz traf, dass bey 2 ½ ztn Kupfer gegeben, von der damaligen Gewerckschaft anno 1780 geöffnet worden, eine Letten Kluft schnit das Trum aus, und da hier auch nur kurze Trümer erbauet worden, so scheint dass an ausbut mit diesem Stolln eben so wenig zu hoffen, als mit den Stolln Nr 43 et 55, Er steht deswegen biss man die Teüfe angreifen wird, in der freyung.

Unterzeichneter hat nun mittels der 2tn und 3tn Anmerckung seine Meinung vorgelegt wie das Suggenthaler Werck hätte geöffnet werden sollen; um solches wieder empor zu bringen. Er hat daraus darzuthun getrachtet, dass die dermalige Gewerckschaft bissher einen Fruchtlosen Bau mit 19465 f ½ kr Kösten geführet, und 10 Jahre umsonst gearbeitet habe, und dass sie mut ganz neüen Kösten wieder anfangen müsse um sich in die vortheil hafte Lage zu setzen in welcher die Alten sich befanden als das Werck zerstört wurde.

Nachdem er dieses der Gewerckschaft begreiflich gemacht und dem zufolge ihr gerathen den dermaligen unützen und schädlichen Bau in den Stölln Nr 43 et 55 einzustellen, und jenen anzugreifen, si hat Sie zwar darein gewilliget, aber zugleich ihre unvermögenheit anzugreifen und zu betreiben mit folgenden Gründen dargethan.

1tn hat Sie dem Unterzeichneten aus den Rechnungen erwiesen das sie auf die erbauten Tag gebäude noch wircklich schuldig seyn 2322 f 43 kr 2 Pf. 2tn Als Sie Anno 1776 dieses Werck öffnete, seye es ganz vergewercket gewesen; wegen dem inner so lang fruchtloss anhaltenden Bau aber, seyen 69 Kuxen nach und nach ins Retendat gefallen, den übrigen 59 würde folglich die vom Unterzeichneten vorgeschlagene Unternehmung zu schwer fallen besonders da ihnen zugleich obgedachte Schulden zugefallen, und Sie die Zinsen davon abtragen müssen.

In Rücksicht dessen haben Sie gebetten se Majestät mögte allergnädigst geruhen die Hälfte des Suggenthaler wercks mit folgenden Bedingnissen zu übernehmen.

1th Die Hälfte der obgedachten Schuld mit 1161 fl 17 kr entweder gleich zu bezahlen oder Sie nach und nach in die quartalige Zubuss eunzutheilen und folglich mit den quartaliter betreffenden Zinsen a 4% dergestalten zu Tilgen, dass davon quartaliter wenigstens 50 f vom Kapital bezahlt werden, denn auf diese Art hat die Gewerckschaft entschlossen, diese Schuld abzutragen.

2tn Weil die noch bestehenden Gewercken die Zubussen der nach und nach ins Retardat gefallenen Kuxe pro Rata bezahlen müsten, das ihnen, jenes, was Sie für diese Retardat Kux bissher beygetragen, welches wie solches dem Unterzeichneten ausgewiesen worden 3780 f beträgt, jedoch nur von der auzuhoffenden Ausbeüt, nach und nach, und zwar nach Thunlichkeit wieder Ersetzet werden mögte, biss dahin aber wäre, das Kapital mit 4% folglich mit jährlichen 151 f 12 kr zu verzinsen.

Dagegen überlässt die Gewerckschaft seiner Majestät, die Hälfte der Taggebäude, die in einem geräumigen und Gut gebauten Zechenhauss einem Pochwerck mit 9 Eisen und den erforderlichen Wasch, oder sogenannten Keher herden. Auf welchem Poch wercke eine Wohnung für 2 Familien gebaut ist, und die mit einem Ofen, einem Treiubherde, und mit 2 Mauern eingefasten Rost feldern versehene Schmelzhütte; welche zusammen wie die Rechnungen ausweisen herzustellen gekostet haben: 4437 f 55 kr. Nicht minder überlässt dieselbe Dr. Majestät das dermalige vorräthige Berg wercks gezähn, und die übrigen zu dem Werck gehörigen Geräthschaften.

Da Unterzeichneter sowohl die angegebenen Schulden per 2322 f 34 kr 2 Pfg. als die für die Retardat Kuxe bezahlten 3780 f richtig befunden, und demselben die bedingnisse sehr billich und Moderat scheinen, so hat er keinen Anstand, auf die Übernahm der Hälfte dieses Wercks aus folgenden Gründen einzurathen.

1tn Findet derselbe aus alledem, was bissher von ihm, über dieses Werck vorgebracht worden keine Ursach zu zweiflen, dass ein sehr ergiebiger Bergbau gehoffet werden könte, sobald man mittels der Gewältigung der 2 angezeigten Schächte dahin gelanget, wo die Alten gewesen, als das Werck zerstöret worden, wohin man höchst wahrscheinlich längstens in 3 Jahren kommen, und die von den Alten hinterlassenen reichen Erze erreichen könnte, wovon die Alten halden hinlängliches Zeügniss geben.

2tn Würde man von der Teüfe dieses Werckes, zu seiner Zeit auch das Alte St: Anna stollner Werck Nr 30 und alle von diesem Stolln gegen Morgen liegende Alte Gebäude unterteüfen und wieder empor bringen können.

3tn Hat man die gegründeste und schönste Bergmännische Aussicht, in das mittägige, wenigstens in der Teüfe noch ihnverhaute Feld, dass von Nr 60 biss da, wo das abfallende Gebürg Nr 75 anfängt eine Strecke von 980 Lachter hat, und eine Seiger höhe von der Eben sohl des Stolles Nr 43 biss zu gedachstem Nr 75 von 172 Lachter nach und nach einbringt.

4tn Ist an Gruben Bau holz kein Mangel, den solche kan aus dem gleich daran stossenden schlagbaren, und auf ewigen Nachwuchs von Hoch Löbl: Regierung einzutheilen, anbefohlenen kammeralen Engelwald hinlänglich erhalten werden. Da ausser der Schacht zimmerung, hier zu Land, zu dem bergbau, selbst, wen den Gängen noch gearbeiten wird, fast gar kein Gruben holz nöthig ist, weil das Gebürg gar nicht Brüchig ist; so macht der Holzverbrauch zum Bergbau, eine sehr geringe Auslag, und verursacht folglich einen nicht betrachtungs würdigen Holzverbrauch, Selbst zur Schacht zimmerung, dörfen nur weit vonein ander stehende Schacht Ringe angebracht werden, folglich ist zu dieser ohngleich weniger Holz, als in brüchigen Gebürgen nöthig.

Es würde demnach das Suggenthaler Werck, einen sehr unbeträchtlichen Theil, jenes Holzes quanti, des gedachten Engelwaldes verbrauchen, was vermög dem auf ewige Zeiten einzutheilen anbefohlenen Schlägen, jährlich geschlagen werden kann; Hingegen

5tn Ist in der Gegend des Suggenthals zum Schmelzen kein Kohlholz vorhanden, dieses aber darf die Erhebung dieses Wercks nicht hindern, weil man die Erz und Schliche nach Hofsgrund mittels einem fracht Lohn von 24 kr vom Ct: transportieren und alda verschmelzen kan, welches aber vielleicht grosten Theils durch den v. Bornischen amalgations Prozes erspart werden könnte, weil die Erze so reich an Silber sind.

Bei der Bornischen Amalgamation, auch Ungarische Amalgamation genannt, handelt es sich um eine Silberlaugung mit Quecksilber in geheizten, unten spitz zulaufenden konischen Kupferkesseln. Man lese hierzu etwa: Ign. v. Born, Über das Anquicken der gold. und silberhaltigen Erze, Rohsteine, Schwarzkupfer und Hüttenspeise, Wien, 1786.

Hat sich nicht durchgesetzt.

6tn Ist dermalen zu 2 Poch wercker jede a 9 Eisen hinlänglich Wasser vorhanden; es steht aber nur eines an dem Ort der auf der Charte zwischen den 2 Nummeren 39-40 angemerckt ist, das andere könnte man erhalten wen die ohnhin ünüze Schmelzhütte, weil swie in 5ten gesagt wordem, kein Kohlholz vorhanden die bey Nr 38 zu sehen in ein Poch werck verwandlet würde, messen sie dann hinlänglich gross ist; und wenn das Werck mehr Pochwercke erforderte, und man fände nicht rathsam den alten Kanal wieder herzustellen, so könnten am Elzbach, dem es in der trocknesten Zeit niemalen an hinlänglichen Wasser mangelt, allda wo er vor dem Suggental vorbeyflüsst nach belieben erbaut werden; Biss dahin hätte man eine Strecke von dem Schacht Nr 43 von 590 Lachter.

7tn Wenn zur Erhebung dieses Wercks, das in der 2tn Anmerckung angezeigte Personale angestellt würde; und damit monatlich 14 Lachter gewältigt würden, worauf man allerdings rechnen kann; und wenn wie in der 3tn Anmerckung wahrscheinlich kalkuliret worden, nicht mehr als 420 f ferners zu bezahlung. der vermög der 1tn Bedingniss an der Schluld quartaliter abzutragend. 25 dann an Zinsen laut der 2tn Bedingniss von den 3780 f, die der Gewerckschaft von der Zubuss ersezet werden sollen. Das quartalige Ratum aus jährliche 151 f 12 kr '' 36 - Summa ''481 Thut auf ein Jahr '' 1924 R:w: in Wiener Währung aber '' 1603 f 20 kr.

Hingegen da es dass ansehen hat, dass das halbaerarische Hofs Grunder Bleybergwerck noch in diesem laufenden Jahr, wo nicht zur Ausbeüt gelangen, doch wenigstens sich selbst vorliegen werde, so würde das Montanaerarium im Letzteren Fall jene 980 f R:w: oder 800 f W:w: welche bis hier jährlich darauf zu verwenden verwilliget worden und Erspahrung bringen.

9ten Wenn das aerarium gedachte Hälfte des Suggenthaler Wercks nicht übernähme, ist nichts anders zu erwarten, als dass dieses so sehr hoffentliche Werck immer werde erhoben werden, den die noch wenigen übrigen, und in der That kleinmüthigen Gewercken, haben sich in gedachten Fall entschlossen, die Tag gebäude zu verkaufen, und damit ihre Schulden zu bezahlen; hingegen wenn das Aerarium zur Hälfte mit bauet, haben Sie den Entschluss gefasset, um so bald als möglich das vorgesetzte Ziel zu erreichen, die starcke Zubuss, die zur Anstellung des vom Unterzeuchenetn vorgeschlagen obgedachten personalis nötig wird, und die quartaliter auf eine Kuxe 6f 57 ¼ kr, betraghen würde, ganz gern, und wenn es nöthig noch mehr zu bezahlen.